Freitag, 4. April 2025

HalberstadtPapierloser Stadtrat

[06.11.2018] Ab Sommer kommenden Jahres soll der Stadtrat von Halberstadt papierlos arbeiten. Die Anschaffungskosten für das neue Ratsinformationssystem sollen sich im Laufe einer Wahlperiode amortisiert haben.

Die Stadt Halberstadt in Sachsen-Anhalt ist auf den Weg zur papierlosen Ratsarbeit und hat zu diesem Zweck ein neues Ratsinformationssystem eingeführt. Wie in der Online-Ausgabe der Volksstimme zu lesen ist, ist das Ziel nicht nur mehr Bürgernähe, denn die Einwohner hätten sich schon seit einigen Jahren über die Homepage der Stadt zu aktuellen Themen in den Ratsgremien informieren können. Hauptgrund für die Anschaffung der neuen Software sei vielmehr, dass der Stadtrat ab Sommer 2019 komplett papierlos arbeiten soll. Wie in dem Artikel zu lesen ist, hat die Stadt dafür rund 33.000 Euro investiert. Jeder Abgeordnete erhalte ein iPad, mit dem er sich zu Beginn jeder Ausschuss- oder Ratssitzung ins Datensystem einwählt und seine Sitzungsunterlagen so automatisch aktualisiert.
Bisher sind pro Jahr bei fünf Sitzungen der Ortschaftsräte, aller Ausschüsse und des Stadtrates rund 87.000 Blatt Papier bedruckt worden, um die Einladungen und Sitzungsunterlagen zu verschicken. „Bei 41 Stadträten, einschließlich des Oberbürgermeisters, und 59 Ortschaftsräten sind das pro Person rund 870 Seiten jährlich“, rechnet Fachbereichsleiter Timo Günther vor. Mit den Portokosten sind es rund 6.500 Euro, welche die Stadtverwaltung für den Versand der Ratsunterlagen im Jahr ausgibt. „Rechnet man die Kosten von 33.000 Euro für die neue Software und die kleinen Tablet-Computer gegen, zeigt sich, dass sich diese Anschaffungen im Laufe einer Wahlperiode amortisiert haben werden“, meint Günther.
Besonders interessiert zeigten sich die Abgeordneten laut des Artikels in der Volksstimme, als es um die fraktionsinternen Möglichkeiten des neuen Systems ging. „Die Fraktionsmitglieder können sich untereinander Argumentationen oder Informationen zu bestimmten Themen zukommen lassen, die von Stadtverwaltung und Ratsbüro nicht eingesehen werden können. Das vereinfacht an manchen Stellen sicher die Diskussionen“, sagt Günther. Das gelte auch für aktuelle Veränderungen an den Unterlagen innerhalb der Sitzungswochen. So werden Änderungen an den Beschlusstexten automatisch aufgespielt, die verschiedenen Varianten sind dann gut dokumentiert und nachvollziehbar. „Da sich beim Einloggen der Geräte vor Sitzungsbeginn alle Inhalte aktualisieren, gibt es auch keine Verwirrung mehr, welche Fassung denn nun die aktuelle ist.“
Neben den Ratsmitgliedern sind auch Verwaltungsmitarbeiter geschult worden. So können die Fachbereiche selbst schneller Beschlussvorlagen ins System stellen, wenn der Oberbürgermeister diese unterschrieben hat. „Aus Rechtsgründen wird von den Beschlusstexten immer ein Papierexemplar vorhanden sein“, erklärt Timo Günther.
Vom neuen Ratsinformationssystem profitieren zunächst nur die Stadtratsabgeordneten, heißt es in dem Artikel weiter. Die Ortschaftsräte könnten die neue Technik bei ihren Sitzungen noch nicht nutzen, weil dazu weitere Tablets angeschafft und viele Sitzungsräume in den Ortsteilen noch mit WLAN versorgt werden müssen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: RIS | Sitzungsmanagement

Langenenslingen: RIS von regisafe

[14.03.2025] Langenenslingen will dem Gemeinderat, den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern sowie den Verwaltungsvertretern ein Ratsinformationssystem (RIS) zur Verfügung stellen. Entschieden hat sich die Kommune für die Lösung des Anbieters regisafe. mehr...

Porträtaufnahme von Thorsten Koch.
interview

Ratsinformationssysteme: Die KI schreibt mit

[28.02.2025] Bei der Protokollierung von Sitzungen kann Künstliche Intelligenz die Transkription und Zusammenfassung übernehmen. Kommune21 sprach mit Thorsten Koch von CC e-gov darüber, wie das in der Lösung ALLRIS funktioniert. mehr...

Leere Stühle in einem Sitzungssaal

Baden-Württemberg: Regeln zu digitalen Sitzungen wenig praktikabel

[06.02.2025] Zur Einführung von digitalen Gemeinderatssitzungen in Baden-Württemberg hat der Landesverband des Vereins Mehr Demokratie Stellung genommen. Darin heißt es, die Regelungen seien zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht.
 mehr...

Schloss Mühltroff in Pausa-Mühltroff.
bericht

Pausa-Mühltroff: Aktive Kommune

[30.10.2024] Die sächsische Kleinstadt Pausa-Mühltroff setzt auf das Ratsinformationssystem Kommune-Aktiv und konnte damit ihre drei Hauptziele Digitalisierung, papierlose Gremienarbeit sowie effizientere Sitzungsplanung und -abwicklung erreichen. mehr...

CC e-gov: Mit tucan.ai die Gremienarbeit optimieren

[30.10.2024] In das Gremieninformationssystem ALLRIS von Anbieter CC e-gov wird künftig die KI-basierte Lösung tucan.ai integriert. Das ermöglicht eine intelligente Protokollierung und vereinfacht die Sitzungsdokumentation. mehr...

Schräge Draufsicht auf Bad Langensalza.

Bad Langensalza: Zeitgemäß kommunizieren

[23.10.2024] Die nordthüringische Stadt Bad Langensalza hat ihr Amtsblatt sowie die öffentlichen ­Bekanntmachungen in der Tageszeitung digitalisiert. Hierfür verwendet sie die Software ABI.NET des Herstellers Sternberg. mehr...

Thüringen: Sechs Monate ThMeet

[09.10.2024] Mehr als 15.000 Videokonferenzen wurden seit dem Start der Thüringer Open-Source-Videokonferenzlösung ThMeet durchgeführt. Das System steht einem erweiterten Nutzendenkreis zur Verfügung. mehr...

Konstanz verbannt Papierunterlagen aus den Gremiensitzungen.

Konstanz: Sitzungsunterlagen nur noch digital

[06.09.2024] In Konstanz werden die Einladungen und Unterlagen für Gremiensitzungen künftig nur noch digital versendet. Ein Ratsinformationssystem ermöglicht bereits den Zugriff auf digitale Sitzungsunterlagen. mehr...

Linkando Meetings-App ermöglicht digitale Abstimmungen von jedem Ort aus.

Linkando/regio iT: Kooperation für digitale Gremienarbeit

[16.07.2024] Mit der Linkando Meetings-App bieten das Unternehmen Linkando und der IT-Dienstleister regio iT eine gemeinsame Anwendung für die rechtssichere digitale Gremienarbeit an. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) wird die Lösung nun testen. mehr...

OWL-IT: Sitzungsdienst Session wird migriert

[04.06.2024] OWL-IT hat für regio iT den Support des Gremieninformationssystems Session übernommen. Zudem wird der Session-Betrieb umgestellt: Die Lösung läuft nun nicht mehr lokal bei den Kunden, sondern im Lemgoer Rechenzentrum. mehr...

Telekom: Linkando für Gremienarbeit freigegeben

[09.04.2024] Eine komplett zertifizierte Lösung für die rechtskonforme digitale Gremienarbeit kann die Telekom jetzt anbieten. Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen Linkando als digitales Tool für öffentliche Ausschusswahlen freigegeben – und so einen Präzedenzfall geschaffen. mehr...

Thüringen: Videokonferenzsystem OpenTalk kann flächendeckend genutzt werden.


Thüringen: OpenTalk für die Gremienarbeit

[08.03.2024] Die Thüringer Landesverwaltung nutzt für Videokonferenzen künftig die Lösung OpenTalk. Die Kommunen des Freistaats können die Open-Source-basierte Lösung für die digitale Gremienarbeit einsetzen. mehr...

Gottenheim: RIS eingeführt

[07.11.2023] Gottenheim hat ein Ratsinformationssystem eingeführt. Die Gemeinde setzt dabei auf die Lösung von Anbieter Sternberg. mehr...

Unterschiede zwischen ALLRIS und ALLRIS kompakt.

ALLRIS: Kompakt für Kleinere

[27.09.2023] Mit seiner Lösung ALLRIS kompakt spricht Anbieter CC e-gov Kommunen mit einer Größe bis circa 10.000 Einwohner an. Die Software ist mit wenig Aufwand, schnell, unkompliziert und effizient einzurichten. mehr...

Auf die Abstimmungsapp voteRICH lässt sich mobil zugreifen.

Ratsinformationssysteme: Zeitgemäße Gremienarbeit

[12.09.2023] Ortsunabhängig an einer Abstimmung oder geheimen Wahl teilnehmen – das ist jetzt auch für ­Kommunen, Behörden und Verbände möglich. Die Sitzungsmanagement-Lösung SD.NET wurde hierfür entsprechend aufgerüstet. mehr...