GewerbewesenPraxisbewährte Lösungen statt Schlagworte

Ein Unternehmen zu gründen soll in Deutschland künftig schneller möglich sein. Allerdings gibt es bereits entsprechende digitale Prozesse, die auch intensiv genutzt werden.
(Bildquelle: pavelmuravev/123rf.com)
„Gründen in 24 Stunden“, „Einfach Gründen“ oder „Schneller Gründen“ (wir berichteten) sind aktuelle Schlagworte im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung und Entbürokratisierung. Das Unternehmen EDV Ermtraud weist nun darauf hin, dass dies keinesfalls eine neue Innovation im Sinne des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sei, wie es das Bundesdigitalministerium (BMDS) suggeriere, das derzeit in neun Pilotkommunen das Projekt „Schneller Gründen“ erprobt.. Vielmehr seien die Voraussetzungen zur schnellen Unternehmensgründung längst vorhanden und die digitalen Prozesse würden von Gründern intensiv genutzt, so der Spezialist für das Gewerberegister und Onlinemeldungen.
„Lösungen wir geve|Online, das Online-Verfahren von EDV Ermtraud, das im Ursprung bis ins Jahr 2006 zurückreicht, sowie der AntragsManager von CharismaTeam, der 2017 mit dem Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand ausgezeichnet wurde, sind langjährig bewährt und entfalten in unterschiedlichen Szenarien effektiv Wirkung“, kommentiert Tobias Krumnow von EDV Ermtraud.
Wie der Softwarehersteller weiter mitteilt, ist geve|Online als primärer Dienst für die Gewerbeanzeige via Internet bundesweit bei einer Vielzahl von Städten und Gemeinden in der Webpräsenz und Zuständigkeitsfindern hinterlegt. Der AntragsManager wiederum bündele die verschiedenen Antragsverfahren in einem Gesamtformular und werde von Gründungswilligen aller Branchen im Zuständigkeitsbereich von Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern genutzt. Beide Systeme erzeugen und senden fachlich validierte Meldungen im Standardformat XGewerbeordnung, die medienbruchfrei im Gewerbefachverfahren verarbeitet werden. Nach Freigabe durch die Gewerbesachbearbeitenden wird der automatisierte Folgeworkflow ausgelöst: Der geve|Verteildienst übermittelt die Gewerbemeldung automatisch am selben Tag an etwa die Berufsgenossenschaft (DGUV), Statistik, IHK, oder HWK gemäß Gewerbeanzeigeverordnung.
Kombinantrag erzeugt Datenkonflikt
Insbesondere weist EDV Ermtraud auf die Wichtigkeit der Weitergabe an die Finanzämter hin. Diese prüfen die Gewerbeanzeigen sowie die Meldenden auf ihre Zuverlässigkeit. In der Folge kann eine Steuernummer umgehend vergeben – oder aufgrund begründeter Verdachtsmomente verweigert werden. „Diese Prüfnotwendigkeit verkennen die neuen und derzeit politisch forcierten Schneller-Gründen-Ansätze gänzlich“, merkt Tobias Krumnow an. Die kombinierte und zeitgleiche Übermittlung vom Online-Meldedienst in Gewerbefachverfahren und zur Steuernummernvergabe an Elster (wir berichteten) provoziere somit einen Datenkonflikt im Rahmen der Registermodernisierung.
Der Staat trete ein weiteres Mal – Stichwort: KfW-Gründer-App – steuermittelfinanziert mit einem theoretisch entwickelten System, ohne Berücksichtigung der langjährigen Fachspezialisten, in direkte Konkurrenz zu ausgereiften Praxislösungen am Markt, so die Kritik vonseiten EDV Ermtraud. Gründen in 24 Stunden sei bereits gelebte Gegenwart. Täglich anschaulich werde das am Beispiel der Strukturen in Rheinland-Pfalz. „Hier erfolgt bereits seit dem Jahr 2019 ein großer Anteil der über 100.000 Gewerbemeldungen jährlich mit Lösungen der EDV Ermtraud und CharismaTeam als medienbruchfreie, OZG-konforme und digital durchgehende Prozesse. Und das nicht nur durch Einzelunternehmen, wie mit „Einfach Gründen“ bei wenigen Pilotkommunen, sondern auch durch Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften mit juristischen Personen“, erklärt Tobias Krumnow abschließend.
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